Zurück zum Blog
TippsOktoberfestErstbesucherEinsteiger-Guide

Erstes Mal Oktoberfest? Alles, was du wissen musst

Dein kompletter Erstbesucher-Guide fuers Oktoberfest -- was anziehen, wie reinkommt man, Bier-Bestell-Tipps, Etikette und wie du das Beste daraus machst.

ProstCounter Team15. März 20268 Min. Lesezeit

Erstes Mal Oktoberfest? Alles, was du wissen musst

Du fährst also zum ersten Mal aufs Oktoberfest. Glückwunsch -- dich erwartet eines der unvergesslichsten Festivals der Welt. Aber zwischen den riesigen Zelten, den Menschenmassen, den deutschen Bräuchen und dem schieren Ausmaß der Veranstaltung hilft etwas Vorbereitung enorm.

Dieser Guide deckt alles ab, was du als Erstbesucher wissen musst -- von der Kleidung bis hin dazu, wie du tatsächlich einen Sitzplatz bekommst und deine erste Maß bestellst.

Was genau ist das Oktoberfest?

Das Oktoberfest ist das größte Bierfest der Welt, das jährlich in München auf einem Festgelände namens Theresienwiese (oder kurz "Wiesn") stattfindet. Es läuft ungefähr 16 Tage, beginnt Mitte September und endet Anfang Oktober. 2026 sind die Daten 19. September bis 4. Oktober.

Rund sechs Millionen Menschen besuchen es jedes Jahr. Das Festival bietet riesige Bierzelte (jedes im Grunde ein temporäres Gebäude), Fahrgeschäfte, Essensstände, Umzüge und Live-Musik. Der Eintritt auf das Gelände ist komplett kostenlos -- du zahlst nur für das, was du isst und trinkst.

Das Festival reicht bis ins Jahr 1810 zurück und ist tief in der bayerischen Kultur verwurzelt. Es ist nicht nur eine Party -- es ist Tradition.

Was anziehen

Solltest du traditionelle Kleidung tragen?

Du musst nicht, aber du solltest unbedingt. Etwa 70% der Besucher tragen Tracht (traditionelle bayerische Kleidung), und sie zu tragen lässt dich Teil der Feier werden statt nur Zuschauer. Niemand wird dich für normale Kleidung verurteilen, aber du wirst das Erlebnis in Lederhosen oder Dirndl mehr genießen.

Für Männer: Lederhosen

Kniegebundene Lederhosen (Kniebundhosen) kombiniert mit einem Karohemd, Wollstrümpfen (Loferl oder Wadlstrümpfe) und robusten Schuhen. Vermeide die billigsten Touristenversionen -- die sehen und fühlen sich deutlich schlechter an. Rechne mit mindestens 80 bis 120 Euro für ein ordentliches Paar, oder leihe für 30 bis 60 Euro.

Für Frauen: Dirndl

Ein traditionelles Outfit bestehend aus Mieder, Bluse, Rock und Schürze. Die Schürze verrät deinen Beziehungsstatus: Links gebunden bedeutet ledig, rechts bedeutet vergeben. Knielange Röcke sind der Standard auf dem Oktoberfest. Gute Dirndl gibt es ab etwa 80 Euro, Leihe ab 40 bis 70 Euro.

Wo kaufen oder leihen

  • Angermaier, Lodenfrey und Ludwig Beck in der Münchner Innenstadt
  • Diverse Verleihshops in der Sendlinger Straße und beim Marienplatz
  • Buche Leihservice in den Spitzenwochen im Voraus

Was du NICHT tragen solltest

  • Billige Kostümversionen von Lederhosen oder Dirndl (sehen offensichtlich unecht aus)
  • High Heels (der Boden ist unebener Kies und Gras)
  • Große Rucksäcke (aus Sicherheitsgründen in den Zelten eingeschränkt)

Wie du hinkommst

Die Theresienwiese liegt im Zentrum Münchens. Die einfachsten Optionen:

  • U-Bahn: Linien U4/U5 zur Station Theresienwiese -- bringt dich direkt zum Eingang
  • S-Bahn: Station Hackerbrücke, dann 10 Minuten zu Fuß
  • Zu Fuß vom Hauptbahnhof: 15 Minuten Richtung Süden, folge einfach der Menge
  • Mit dem Auto: Lass es. Parken ist während des Fests praktisch unmöglich

Kauf dir eine Tageskarte für den Münchner Nahverkehr -- rund 9 Euro für unbegrenzte Fahrten mit U-Bahn, S-Bahn, Tram und Bus innerhalb der Stadt.

Wann hingehen: Timing ist alles

Dein Oktoberfest-Erlebnis hängt enorm davon ab, wann du hingehst. Hier ist, was dich erwartet:

Beste Zeiten für Erstbesucher

Dienstag oder Mittwoch Nachmittag ist der Sweet Spot. Die Menschenmengen sind überschaubar, du findest Plätze in den Zelten ohne Reservierung, und die Stimmung ist warm und festlich, ohne überwältigend zu sein. So kannst du das Erlebnis in deinem eigenen Tempo genießen.

Zeiten, die du meiden solltest (es sei denn, du liebst Massen)

  • Eröffnungssamstag: Spektakulär, aber irrsinnig voll. Einheimische stehen ab 6 Uhr morgens an, um den Anstich zu erleben.
  • Freitag- und Samstagabende: Spitzenzeiten. Ohne Reservierung in ein großes Zelt zu kommen, ist fast unmöglich.
  • Italienisches Wochenende (typischerweise das zweite Wochenende): Historisch das belebteste Wochenende, besonders beliebt bei Besuchern aus Italien.

Öffnungszeiten

  • Werktage: Zelte öffnen um 10:00 Uhr, Bierausschank ab 10:00 Uhr, letzter Ausschank um 22:30 Uhr, Zelte schließen um 23:30 Uhr
  • Wochenenden und Feiertage: Zelte öffnen um 9:00 Uhr, gleiche Schlusszeiten
  • Außenbereich und Fahrgeschäfte: Geöffnet ab 10:00 Uhr (9:00 Uhr am Wochenende) bis 23:30 Uhr

In ein Zelt kommen

Das ist der Teil, der Erstbesucher am meisten stresst. Die Realität: In ein Zelt zu kommen ist sehr gut machbar, wenn du es richtig planst.

Mit Reservierung

Reservierungen garantieren dir einen Tisch für einen bestimmten Zeitraum (normalerweise mittags oder abends). Sie sind kostenlos, erfordern aber eine Mindestbestellung an Essen und Getränken pro Person -- typischerweise rund 50 bis 60 Euro. Reservierungen werden direkt über die Website jedes Zeltes gemacht, in der Regel ab Januar oder Februar. Beliebte Plätze (Samstagabende) sind innerhalb von Stunden ausgebucht.

Ohne Reservierung

Die meisten Leute auf dem Oktoberfest haben keine. So kommst du rein:

  1. Komm zur Zeltöffnung (9:00 oder 10:00 Uhr). Das ist die beste Strategie überhaupt. Zur Öffnung sind die Zelte weitgehend leer und du kannst einfach reinspazieren.
  2. Ziele auf die richtigen Zelte: Das Hofbräu-Festzelt hat einen riesigen Stehbereich, der keine Reservierung erfordert. Die kleinen Zelte sind generell leichter zugänglich als die großen.
  3. Geh unter der Woche: Montag bis Donnerstag findest du normalerweise auch nachmittags noch Platz.
  4. Versuch es nach 16:00 Uhr unter der Woche: Manche reservierten Tische, die nicht erschienen sind, werden dann freigegeben.
  5. Gib nicht auf: Wenn ein Zelt voll ist, geh zum nächsten. Es gibt 38 davon.

Die eine Regel

Du musst sitzen, um im Zelt Bier bestellen zu können. Am Tisch anderer Leute stehen funktioniert nicht -- du brauchst deinen eigenen Platz auf einer Bank. Die Ausnahme ist der Stehbereich im Hofbräu, wo du stehend trinken kannst.

Wie du Bier bestellst

Bestellen ist unkompliziert, aber es gibt ein paar Dinge zu wissen:

  1. Du bestellst bei deiner Bedienung -- der Person, die deinem Tisch zugewiesen ist. Geh nicht zu einer Theke; es gibt keine. Hebe die Hand, stelle Blickkontakt her und halte die Finger hoch für die Anzahl der Biere.
  2. Es gibt nur ein Bier pro Zelt -- von welcher Brauerei auch immer das Zelt betrieben wird. Du wählst keine Marke oder Sorte. Sag einfach "Eine Maß, bitte" oder halte die gewünschte Anzahl hoch.
  3. Sei geduldig -- die Bedienungen betreuen riesige Bereiche und tragen eine unglaubliche Anzahl Krüge gleichzeitig. Es kann 20 bis 30 Minuten bis zur ersten Runde dauern, besonders an vollen Tagen.
  4. Gib Trinkgeld -- runde auf den nächsten Euro auf oder gib etwa 10% dazu. Diese Leute arbeiten unglaublich hart.
  5. Du kannst alkoholfreie Getränke bestellen -- die meisten Zelte servieren Spezi (Cola-Orangen-Mix), Radler, Wasser und alkoholfreies Bier.

Etikette und Bräuche

Was du tun solltest

  • Steh auf bei "Ein Prosit" -- dieses Trinklied wird alle 15 bis 20 Minuten gespielt. Alle stehen auf, schunkeln und stoßen an. Mach mit.
  • Stoße richtig an -- schau der anderen Person in die Augen, wenn du "Prost!" sagst. Angeblich bringen sieben Jahre Pech (oder schlechtes Bier), wenn du den Blickkontakt vergisst.
  • Teile deinen Tisch -- die Bänke sind Gemeinschaftsplätze. Wenn Platz ist, wird jemand fragen, ob er sich dazusetzen darf. Das ist normal und führt zu den besten Unterhaltungen.
  • Iss was -- Oktoberfest-Bier ist stärker als normales Bier (5,8-6,3% Vol.). Ein ganzer Liter auf nüchternen Magen haut rein. Bestell früh ein Hendl (halbes Hähnchen) oder eine Breze.

Was du vermeiden solltest

  • Steh nicht auf die Bänke -- das ist gegen die Regeln und kann zum Rausschmiss aus dem Zelt führen.
  • Nimm nicht den reservierten Platz anderer ein -- achte auf Reserviert-Schilder, bevor du dich hinsetzt.
  • Übertreib es nicht -- die Security ist streng. Sichtbar Betrunkene werden gebeten zu gehen.
  • Nimm keine Maßkrüge mit als Souvenir -- das gilt als Diebstahl und die Security kontrolliert an den Ausgängen.
  • Vergiss die Sonnencreme nicht -- die Biergärten draußen liegen in der vollen Sonne, und die Septembersonne in München kann überraschend stark sein.

Sicherheitstipps

  • Leg einen Treffpunkt fest -- der Handyempfang wird unzuverlässig, wenn sechs Millionen Menschen auf einem Fleck sind. Vereinbare einen festen Treffpunkt und eine Uhrzeit mit deiner Gruppe.
  • Bewahre Wertsachen sicher auf -- Taschendiebe sind in überfüllten Bereichen unterwegs. Benutze eine Umhängetasche oder einen Geldgürtel.
  • Teile dir das Trinken ein -- eine Maß ist ein voller Liter Starkbier. Zwei sind für viele Leute ausreichend. Drei sind eine ernste Angelegenheit.
  • Trink Wasser -- wechsle zwischen Bier und Wasser ab. Dein zukünftiges Ich wird es dir danken.
  • Kenne die Sanitätszelte -- es gibt Erste-Hilfe-Stationen auf dem Gelände. Zögere nicht, sie zu nutzen.
  • Plane deinen Rückweg -- wisse, welche U-Bahn- oder S-Bahn-Station du für den Heimweg nutzt, und check die letzten Abfahrtszeiten.

Jenseits der Zelte

Verbringe nicht deinen gesamten Besuch in den Bierzelten. Das Festgelände ist eine Erkundung wert:

  • Fahrgeschäfte: Von Vintage-Karussells bis zur Olympia Looping Achterbahn
  • Essensstände: Gebrannte Mandeln, Zuckerwatte, Lebkuchenherzen, Steckerlfisch
  • Souvenirshops: Lebkuchenherzen, Hüte und allerlei Oktoberfest-Andenken
  • Die Oide Wiesn: Ein historischer Bereich mit traditioneller Volksmusik, Tanz und Vintage-Fahrgeschäften (kleiner Eintritt)

Für eine komplette Übersicht aller Zelte und was jedes zu bieten hat, schau in unseren Guide zu allen 38 Oktoberfest-Zelten. Und für Hilfe bei der Planung deiner Ausgaben, lies unsere Oktoberfest Budget-Aufstellung.

Mach dein erstes Oktoberfest unvergesslich

Dein erstes Oktoberfest gibt es nur einmal. ProstCounter hilft dir, das Erlebnis festzuhalten -- logge jeden Besuchstag, tracke deine Biere, miss dich mit Freunden in Gruppen-Bestenlisten und blicke auf das gesamte Festival mit Statistiken und Erinnerungen zurück, die du sonst vergessen würdest. Es ist der einfachste Weg, 16 Tage Feier in etwas zu verwandeln, das du jahrelang wiedererleben kannst.

Planst du deinen Trip? ProstCounter hilft dir, dein Bierfest-Erlebnis zu verfolgen, mit Freunden zu wetteifern und Erinnerungen an jeden Besuch zu bewahren.